FREIBURG 9.11.2018

 


Die Gros­se Rat for­dert mit Nach­druck, dass die Drei­fach­turn­hal­le auf dem Cam­pus Schwarz­see nächs­tes Jahr fer­tig wird. Um die Lei­tung soll sich nun doch eine öffent­lich-recht­li­che Anstalt küm­mern.


Die Kan­tons­re­gie­rung muss alles unter­neh­men, damit sich der Bau der Drei­fach­turn­hal­le auf dem Cam­pus Schwarz­see vor Ende 2019 kon­kre­ti­siert. Aus­ser­dem hat er dem Gros­sen Rat einen Geset­zes­ent­wurf zu unter­brei­ten, um eine selbst­stän­di­ge öffent­lich-recht­li­che Anstalt für die Ver­wal­tung des Cam­pus zu errich­ten. Der Gros­se Rat stell­te ges­tern mit 65 Ja- gegen 26  Nein-Stim­men bei drei Ent­hal­tun­gen die­se zwei For­de­run­gen, indem er einen ent­spre­chen­den Auf­trag von zehn sei­ner Mit­glie­der aus allen Frak­tio­nen für erheb­lich erklär­te. Da der Staats­rat den Auf­trag zur Ableh­nung emp­foh­len hat­te, war ein qua­li­fi­zier­tes Mehr nötig, das aller­dings mühe­los erreicht wur­de. Die kla­re Mehr­heit der Frak­tio­nen hat­ten das Ansin­nen unter­stützt. «Der Gros­se Rat tut gut dar­an, sich für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung im Cam­pus ein­zu­set­zen, wel­che Besu­cher in den Kan­ton Frei­burg und an den Schwarz­see bringt», sag­te Ber­na­det­te Hän­ni-Fischer (SP, Mur­ten). Der Staats­rat sei zwar der Mei­nung gewe­sen, die­ser Auf­trag wäre über­flüs­sig. Doch das Gegen­teil sei der Fall. «Die Häu­fung an par­la­men­ta­ri­schen Vor­stös­sen zu die­sem The­ma zeigt, dass der Gros­se Rat über die Situa­ti­on bei die­sem Pro­jekt beun­ru­higt ist», mein­te Ber­na­det­te Mäder-Brül­hart (Mit­te links – CSP, Schmit­ten) sei­tens der Mit­te-links-Grün-Frak­ti­on. Auch die­ses Mal sei die Ant­wort des Staats­rats aus­wei­chend; sie las­se mehr Fra­gen offen, als sie beant­wor­te. «Die­se vagen Erklä­run­gen las­sen uns dar­an zwei­feln, dass das Pro­jekt bis Ende 2019 tat­säch­lich rea­li­siert ist.» Auch die Ein­füh­rung einer neu­tra­len, öffent­lich-recht­li­chen Anstalt sei drin­gend not­wen­dig, ange­sichts der ver­schie­de­nen Benut­zer­krei­se, die mit die­ser Drei­fach­turn­hal­le ange­spro­chen sei­en – Zivil­dienst Schu­len, Ver­ei­ne und Tou­ris­ten. André Schneuw­ly (Freie Wäh­ler, Düdin­gen) bezeich­ne­te den Cam­pus Schwarz­see aus­drück­lich als «eine glück­li­che Fügung für den Kan­ton und sei­nen Tou­ris­mus» und gab zu beden­ken: «Die See­le die­ses Cam­pus habe ich noch nicht gefun­den, so lan­ge die Turn­hal­le noch nicht steht.» Er mach­te auch auf den «schlech­ten Zustand der alten Gebäu­de» auf­merk­sam und beklag­te sich über die offe­nen Fra­gen nach der Aus­las­tung über das Wochen­en­de, der Wirt­schaft­lich­keit oder der «nicht ein­la­den­den» Inter­net­si­te. «Im Cam­pus Schwarz­see liegt noch vie­les im Argen», so Schneuw­ly.

Rue­di Schläf­li (SVP, Posieux) bemän­gel­te, dass das The­ma bei gewis­sen Staats­rats­mit­glie­dern offen­bar auf zu wenig Inter­es­se stos­se. Und er frag­te, wie­so man die alte Sport­hal­le, die nicht mehr den heu­ti­gen Anfor­de­run­gen ent­spricht, nicht von Anfang an abge­bro­chen habe. Auch Yvan Hun­zi­ker (FDP, Semsa­les) hielt es für «wich­tig, dass die Drei­fach­turn­hal­le mög­lichst schnell gebaut wird». Er frag­te sich auch, ob es mög­lich wäre, den vor­lie­gen­den Auf­trag in sei­ne zwei Teil­for­de­run­gen auf­zu­tei­len – wor­auf aber nicht wei­ter ein­ge­gan­gen wur­de.

Kommission wird konstituiert

Aus­drück­lich auf die Sei­te des Staats­rats stell­te sich ein­zig die CVP. «Wir kön­nen die Schluss­fol­ge­rung der Exe­ku­ti­ve gross­mehr­heit­lich nach­voll­zie­hen, dass sich die­ser Auf­trag erüb­rigt, wenn die Drei­fach­turn­hal­le tat­säch­lich bis Ende 2019 gebaut ist», sag­te etwa Tho­mas Rau­ber (CVP, Tafers). Der CVP-Gross­rat und Plaffei­er Gemein­de­rat Dani­el Bür­del gab zu beden­ken, dass die Fra­ge nach dem idea­len Stand­ort für die Hal­le inzwi­schen mit sei­ner Gemein­de geklärt sei. Er for­der­te aus­ser­dem die Ein­set­zung einer gross­rät­li­chen Kom­mis­si­on, die sich mit der wei­te­ren Ent­wick­lung die­ses Pro­jekts befasst. Bau­di­rek­tor Jean-François Stei­ert (SP) ver­wies auf den demo­kra­ti­schen Pro­zess, wel­cher der Stand­ort­dis­kus­si­on mit Plaffei­en zugrun­de lag und das Gan­ze in die Län­ge zog. «Da ging es auch um Park­plät­ze, Gewäs­ser­of­fen­le­gun­gen und die alte Turn­hal­le, alles Fra­gen, die Ende 2016 nicht gere­gelt waren.» Im Übri­gen ver­sprach er, dass die von Bür­del gefor­der­te Kom­mis­si­on bis Anfang 2019 kon­sti­tu­iert sein wer­de.

Chronologie

Seit zwei Jahren auf dem Tisch

Im Novem­ber 2016 sprach der Gros­se Rat einen Kre­dit von 7,7 Mil­lio­nen Fran­ken für den Bau einer Drei­fach­turn­hal­le auf dem Cam­pus Schwarz­see. Ver­schie­de­ne Umstän­de führ­ten dar­auf­hin in den Jah­ren 2016 und 2017 zu einer Ver­zö­ge­rung des Pro­jekts. Bereits im April 2017 und im Sep­tem­ber 2017 wur­den des­we­gen zwei par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen im Gros­sen Rat ein­ge­reicht. Im Novem­ber 2017 beschloss der Staats­rat schliess­lich, das Dos­sier von der Sicher­heits- und Jus­tiz­di­rek­ti­on dem Sport­amt zu über­tra­gen.