FREIBURG 13.12.2018

Der Gros­se Rat hat 5,1 Mil­lio­nen Fran­ken gewährt, um Unter­neh­men in der Grün­dungs­pha­se zu unter­stüt­zen. Ein Instru­ment för­dert das Ent­ste­hen einer Fir­ma, ein ande­res hilft beim Wachs­tum.

Im Mai die­ses Jah­res hat­te der Gros­se Rat ein­stim­mig ein neu­es Wirtschafts­förderungsgesetz geneh­migt. Ges­tern hat er für die im Gesetz vor­ge­se­he­nen Finanz­hil­fen die ent­spre­chen­den Mit­tel bereit­ge­stellt.

Ein­stim­mig gewähr­te das Kan­tons­par­la­ment einen Gesamt­be­trag von 5,1 Mil­lio­nen Fran­ken. 2,3 Mil­lio­nen davon sind für den Zeit­raum 2019 bis 2022 für Seed-Dar­le­hen zur Unter­neh­mens­grün­dung vor­ge­se­hen; 2,8 Mil­lio­nen Fran­ken für eine Kapi­tal­erhö­hung der Risi­ko­ka­pi­tal Frei­burg AG, wel­che die Ent­wick­lung neu­er Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun­gen finan­zi­ell unter­stützt.

Sowohl die Seed-Dar­le­hen wie auch Risi­ko­ka­pi­tal exis­tie­ren schon län­ger als Finanz­hil­fen für Start-ups. Die Institu­tion Seed Capi­tal war nach der Finanz­kri­se 2008 ein­ge­rich­tet wor­den, Risi­ko­ka­pi­tal Frei­burg bereits zehn Jah­re zuvor. Doch die finan­zi­el­len Mit­tel sind in den letz­ten Jah­ren knapp gewor­den. Der Eng­pass bei Seed Capi­tal führ­te zum Ver­lust von zehn Pro­jek­ten in den letz­ten Jah­ren. Und bei Risi­ko­ka­pi­tal sind vom Start­ka­pi­tal von 7,5 Mil­lio­nen Fran­ken noch 1,2  Mil­lio­nen zur Finan­zie­rung neu­er Fir­men übrig geblie­ben.

Neu ste­hen für Seed-Dar­le­hen pro Jahr wie­der bis 600 000 Fran­ken zur Ver­fü­gung. Die Jung­un­ter­neh­men sol­len aber maxi­mal noch 100 000 statt wie bis­her 200 000 Fran­ken erhal­ten. So kön­nen mehr Fir­men unter­stützt wer­den. Bei Risi­ko­ka­pi­tal Frei­burg betei­li­gen sich neben dem Kan­ton auch die Kan­to­nal­bank und Grou­pe E an der Kapi­tal­erhö­hung. Das Akti­en­ka­pi­tal soll in Zukunft 12 Mil­lio­nen Fran­ken betra­gen.

«Die Mit­tel müs­sen erhöht wer­den, um lang­fris­ti­ge Zie­le zu errei­chen», sag­te Kom­missionspräsident Tho­mas Rau­ber. Wie er sag­te, hät­ten sich Mit­glie­der der Kom­mis­si­on den­noch mehr Infor­ma­tio­nen gewünscht, wie vie­le Arbeits­plät­ze in der Ver­gan­gen­heit durch die­se Instru­men­te geschaf­fen wur­den.

«Die­se Jung­un­ter­neh­men schaf­fen in der Grün­dungs­pha­se wenig neue Stel­len und zah­len wenig bis kei­ne Steu­ern», sag­te Volks­wirt­schafts­di­rek­tor Oli­vi­er Cur­ty (CVP). «Unser Inter­es­se liegt eher an ihrem Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al. Lang­fris­tig ist die­ses bei Start-ups grös­ser als im Indus­trie­sek­tor.»

Staat ist knausrig

Unei­nig war man sich im Par­la­ment ges­tern ein­zig über die Höhe der Seed-Dar­le­hen für 2019. Wäh­rend 2020 bis 2022 jähr­lich je 600 000 Fran­ken geneh­migt wur­den, sind es für 2019 nur 500 000 Fran­ken. Dies weil die­ser Betrag bei der Bud­get­de­bat­te letz­ten Monat so fest­ge­legt wur­de. Die Kom­mis­si­on ver­lang­te aber für 2019 eben­falls 600 000 Fran­ken.

In einer Abstim­mung sprach sich der Rat mit 54 gegen 47  Stim­men dafür aus, das Bud­get zu respek­tie­ren und den Betrag 2019 nicht um 100 000 Fran­ken zu erhö­hen. Dies hat­ten auch der Staats­rat und die Finanz­kom­mis­si­on ver­langt.

«Das ist ein schlech­tes Signal», ärger­te sich Eric Col­lomb (CVP, Lul­ly). «Man muss sich die Mit­tel geben, die es braucht.» Romain Coll­aud (FDP, Mas­son­nens) mein­te: «Der Staat ist sehr knaus­rig.» Die SP aber lehn­te die Erhö­hung geschlos­sen ab. Ihr Prä­si­dent Benoît Pil­ler (Avry): «Man kann doch nicht ein Bud­get gut­heis­sen und es einen Monat spä­ter wie­der umwer­fen.»