MURTEN 5.02.2019

 


Eine Bilanz­sum­me, die um 2,7 Pro­zent oder 170 Mil­lio­nen auf 5,7 Mil­li­ar­den Fran­ken zuge­nom­men hat, und ein Jah­res­ge­winn, der auf 8,26 Mil­lio­nen Fran­ken ange­wach­sen ist: Das sind die Kenn­zah­len der fünf Deutsch­frei­bur­ger Raiff­ei­sen­ban­ken für das Jahr 2018.

Durch­wegs zufrie­de­ne Gesich­ter waren bei den Ver­ant­wort­li­chen der fünf Deutsch­frei­bur­ger Raiff­ei­sen­ban­ken zu sehen, als sie ges­tern in Mur­ten das Jah­res­er­geb­nis 2018 prä­sen­tier­ten. «Ja, wir haben ein ganz gutes Jahr hin­ter uns», sag­te Aldo Gre­ca, Lei­ter der Raiff­ei­sen­bank Sen­se Ober­land und neu­er Verbands­präsident. Er hat die Nach­fol­ge von Tho­mas Rau­ber ange­tre­ten, der sei­ner­seits in den Ver­wal­tungs­rat von Raiff­ei­sen Schweiz gewählt wor­den ist. Und der neue Ver­bands­pres­se­spre­cher Mar­kus Schal­ler, Lei­ter der Raiff­ei­sen­bank Frei­burg Ost, konn­te dies bestä­ti­gen. Die bei­den waren sich einig: «Nein, die Geschich­ten um den frü­he­ren CEO von Raiff­ei­sen Schweiz, Pie­rin Vin­cenz, haben das Ver­trau­en in die Deutsch­frei­bur­ger Raiff­ei­sen­ban­ken nicht erschüt­tert. Unse­re Kun­den wis­sen zu unter­schei­den, was bei Raiff­ei­sen Schweiz in St. Gal­len gesche­hen ist und was die 250 ein­zel­nen Raiff­ei­sen­ban­ken zu leis­ten ver­mö­gen», sag­ten sie. Vor allem in der West­schweiz wür­den die Raiff­ei­sen­ban­ken kaum dar­auf ange­spro­chen, dies viel­leicht im Gegen­satz zu jenen in der Ost­schweiz.

Geringere Zinsmargen

Sor­gen berei­ten den Ver­ant­wort­li­chen eher die Zins­mar­gen auf Aus­lei­hun­gen, dem Haupt­ge­schäft der Raiff­ei­sen­ban­ken, die innert fünf Jah­ren auf mitt­ler­wei­le 1,1 Pro­zent gesun­ken sind. Den­noch bli­cken die fünf Deutsch­frei­bur­ger Ban­ken opti­mis­tisch in die Zukunft. Nach den Wor­ten von Mar­kus Schal­ler und Aldo Gre­ca wird sich das Wachs­tum etwa bei 3  Pro­zent pro Jahr ein­pen­deln. «Eine Immo­bi­li­en­bla­se ist in Deutsch­frei­burg nicht zu erwar­ten», beton­te Schal­ler, auch wenn ihm bewusst sei, dass die Bau­tä­tig­keit in Deutsch­freiburg, auch wegen des neu­en Raum­pla­nungs­ge­set­zes, nicht so stark wei­ter­ge­hen wer­de wie in der Ver­gan­gen­heit. Gre­ca wies dabei auf regio­na­le Unter­schie­de hin. «Vor allem im Sen­se-Ober­land haben wir einen Nach­hol­be­darf», sag­te er gegen­über den FN.

Stolz auf Sozialbilanz

Das gute Ergeb­nis wirkt sich auch posi­tiv auf die Sozial­bilanz der fünf Ban­ken aus: So sind sie stolz dar­auf, dass sie im ver­gan­ge­nen Jahr ins­ge­samt 5,75 Mil­lio­nen Fran­ken an Steu­ern an Bund, Kan­ton und die Gemein­den bezahlt haben. Das sind 700 000 Fran­ken mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der Mit­ar­bei­ten­den ging zwar um fünf Ein­hei­ten auf 235 zurück, dafür stieg jene der Genos­sen­schaf­ter um 153 Mit­glie­der auf 51 576 an.

Rentner dürfen beruhigt sein

Als sys­tem­re­le­van­te Bank muss Raiff­ei­sen immer mehr den Anfor­de­run­gen der Finanz­markt-Auf­sicht Fin­ma genü­gen. Kei­ne Sor­gen müs­sen sich dabei etwa die Rent­ne­rin­nen und Rent­ner machen, die ihre Fest­hy­po­thek erneu­ern wol­len. «Sie haben bereits bewie­sen, dass sie ihren Ver­pflich­tun­gen nach­kom­men kön­nen», hielt Schal­ler dazu fest. Des­halb könn­ten sie sich gewiss sein, dass ihre Hypo­thek erneu­ert wird, zumal die Zins­sät­ze heu­te so tief sei­en. Anders sieht es bei Rent­nern aus, die erst­mals eine Hypo­thek auf­neh­men. «Dann müs­sen auch sie nach­wei­sen kön­nen, dass sie 6  Pro­zent ihrer Hypo­thek mit einem Drit­tel ihres Ein­kom­mens finan­zie­ren kön­nen», erklärt Gre­ca.
 

Die fünf Raiff­ei­sen­ban­ken Deutsch­frei­burgs genies­sen nach wie vor das Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung.

Aldo Gre­ca, Prä­si­dent der Deutsch­frei­bur­ger Raiff­ei­sen­ban­ken

Zahlen und Fakten

Raiffeisenbank See-Lac gut unterwegs

Die Raiff­ei­sen­ban­ken Deutsch­frei­burgs sind wei­ter­hin erfolg­reich. Dies gilt auch für die Bank See-Lac, in wel­cher ges­tern die Bilanz­pres­se­kon­fe­renz statt­fand. Sie hat im Jah­re 2018 eine Bilanz­sum­me erzielt, die mit einem Wachs­tum von 2,7  Pro­zent auf rund 5,5  Mil­lio­nen Fran­ken jenem der Grup­pe ent­spricht. Wie Bank­lei­ter Patrick Mül­ler sag­te, ist sie mit einem Wachs­tum von 2,7  Pro­zent und einem Gewinn von fast 0,6  Mil­lio­nen Fran­ken gut unter­wegs. Er freu­te sich dar­über, dass die im März 2008 eröff­ne­te Bera­ter­bank ohne Bar­geld in Kerz­ers gut ange­lau­fen sei und sich die Inves­ti­ti­on ins Bahn­hof-Buf­fet in Courte­pin loh­nen wer­de.