FREIBURG 25.10.2019

 


Der zurück­tre­ten­de 53-jäh­ri­ge CVP-Gross­rat Tho­mas Rau­ber aus Tafers blickt zurück auf die letz­ten acht Jah­re, in denen er im Kan­tons­par­la­ment sass. Das Volk zu ver­tre­ten, bedeu­te­te für ihn eine Ehre, aber auch eine Ver­ant­wor­tung.

Nach der Okto­ber­ses­si­on tritt Gross­rat Tho­mas Rau­ber (CVP, Tafers) zurück. Der Schritt war par­tei­in­tern schon län­ger ange­kün­digt. Schon im April des letz­ten Jah­res wur­de bekannt, dass er Ver­wal­tungs­rats­mit­glied der Raiff­ei­sen Schweiz wird.

Ein Vielbeschäftigter

Wegen des zusätz­li­chen Zeit­auf­wands trat er damals auch schon als Gemein­de­rat und aus der Geschäfts­prü­fungs­kom­mis­si­on des Gros­sen Rats zurück, spä­ter dann auch als Prä­si­dent des Gewer­be­ver­bands Sen­se. Und er sag­te schon damals, dass er sich ein Jahr Zeit neh­men wol­le, um sich zu über­le­gen, ob er sein Gross­rats­man­dat wei­ter­füh­ren wol­le.

«Im Som­mer die­ses Jah­res bekam ich von der Par­tei dann die Anfra­ge, ob ich bei den nächs­ten kan­to­na­len Wah­len wie­der antre­ten wol­le», sagt Rau­ber im Gespräch mit den FN. «Ich lehn­te ab und beton­te, dass ich bereit sei, schon jetzt zurück­zu­tre­ten, um einer Nach­fol­ge­per­son Platz zu machen.» Rau­bers Sitz im Gros­sen Rat über­nimmt nun ab der Novem­ber­ses­si­on der 48-jäh­ri­ge Schmitt­ner Gara­gist und Gemein­de­rat Mar­kus Jul­my. Die­ser über­nahm auch bereits das Vize­prä­si­di­um des Gewer­be­ver­bands Sen­se.

Ein Quereinsteiger

Rau­ber war acht Jah­re lang Mit­glied des Kan­tons­par­la­ments. «Ich war ein Quer­ein­stei­ger in der Poli­tik, da ich vor 2011 nur in der Tafers­ner Finanz­kom­mis­si­on aktiv war», blickt er zurück. «Ich war aber immer eine poli­tisch enga­gier­te Per­son, wie auch mein Vater und mein Gross­va­ter. Ich habe das Inter­es­se am poli­ti­schen Leben also von Kin­des­bei­nen an mit­be­kom­men.» Bis 2010 sei er aber in der Kader­stel­le eines inter­na­tio­na­len Kon­zerns enga­giert gewe­sen und habe die Hälf­te sei­ner Zeit im Flug­zeug sowie auf ver­schie­de­nen Kon­ti­nen­ten ver­bracht. «Ein poli­ti­sches Amt zu über­neh­men wäre damals unmög­lich gewe­sen», so Rau­ber.

Die Idee, selbst in die Poli­tik ein­zu­stei­gen, sei dann buch­stäb­lich am Rand eines Fuss­ball­felds ent­stan­den, im Gespräch mit dem dama­li­gen Tafers­ner Syn­dic Roman Schwal­ler. Es pass­te, weil er sich 2010 selb­stän­dig gemacht habe. Dass er dann auf Anhieb in den Gros­sen Rat gewählt wur­de, habe alle über­rascht. Er betont aber, dass er sich damals im Wahl­kampf sehr stark enga­giert habe.

Ein GPK-Mitglied

«Das hat mich beflü­gelt, mich noch mehr ein­zu­brin­gen, und ich habe dann bald mei­nen Platz in der Frak­ti­on gefun­den», so Rau­ber wei­ter. «Nicht als einer, der durch Akti­vis­mus auf­fällt, aber als einer, der zu gewis­sen The­men eine kla­re Mei­nung hat und sich auch ein­bringt.» Er war zunächst Mit­glied im Senat der Uni­ver­si­tät.

Ab dem Jahr 2014 nahm er dann in der Geschäfts­prü­fungs­kom­mis­si­on (GPK) Ein­sitz, in wel­cher er spä­ter auch das Vize­prä­si­di­um über­nahm.

Ein Wirtschaftsvertreter

Als Höhe­punk­te sei­ner Zeit als Gross­rat bezeich­net Rau­ber sein Enga­ge­ment bei den The­men­fel­dern Steu­ern und Wirt­schaft. «Das war sehr wich­tig, weil es dort um KMU und letzt­lich um die Wirt­schafts­kraft unse­res Kan­tons ging», sagt er. «Dort konn­te ich eini­ge Wei­chen stel­len.» Sei­ne poli­ti­sche Arbeit sei denn auch vor allem im Span­nungs­feld zwi­schen Poli­tik und Wirt­schaft zu ver­or­ten.

«Es ist eine Ehre, das Volk zu ver­tre­ten, bedeu­tet aber auch eine Ver­ant­wor­tung», sagt Rau­ber. Gefal­len habe ihm im Par­la­ment vor allem, auch mit poli­ti­schen Kon­kur­ren­ten, mit denen man nicht die glei­chen Wer­te tei­le, an einem kon­kre­ten Pro­jekt zusam­men­ar­bei­ten zu kön­nen. Müh­sam sei es, dass die Ent­schei­dungs­we­ge in der Poli­tik oft lang­sa­mer sei­en als in der Wirt­schaft.

Ein Verwaltungsrat

An den Urva­ter der Raiff­ei­sen­ban­ken, Fried­rich Wil­helm Raiff­ei­sen (1818–1888), den­ke er sehr oft, so Rau­ber. «Ich zitie­re ihn auch immer wie­der», sagt er. «Etwa mit dem Dik­tum ‹Was ein­zel­ne nicht ver­mö­gen, ver­mö­gen vie­le›.» Denn auch in der CVP gel­te es, sozi­al ver­ant­wor­tungs­voll zu han­deln und gleich­zei­tig wirt­schaft­lich vor­wärts zu bli­cken – um unse­ren Wohl­stand zu hal­ten.

 

Zur Person

Betriebswirtschafter und Unternehmer

Der 53-jäh­ri­ge Tho­mas Rau­ber aus Tafers hat an der Univer­sität Frei­burg Betriebs­wirt­schaft stu­diert und ist seit 2010 selbst­stän­di­ger KMU- Unter­neh­mer. 2018 wur­de er in den Ver­wal­tungs­rat von Raiff­ei­sen Schweiz beru­fen. Von 2011 bis 2019 nahm er im Gros­sen Rat Ein­sitz. Er ist ver­hei­ra­tet und Vater zwei­er Söh­ne. Zu sei­nen Hob­bys gehö­ren das Rei­sen und Akti­vi­tä­ten in der Natur.