WÜNNEWIL 27.01.2018

 


Die Robor AG aus Wün­ne­wil hat eine mobi­le Stras­sen­sper­re ent­wi­ckelt, die zur­zeit am World Eco­no­mic Forum im Ein­satz ist.


Seit Atten­tä­ter Ter­ror­an­schlä­ge aus­üben, indem sie mit Fahr­zeu­gen in Men­schen­men­gen fah­ren, wer­den sie bei Weih­nachts­märk­ten, Volks­fes­ten und Fan­mei­len auf­ge­stellt: Beton­sper­ren. «Um eine rasche Ver­schie­bung die­ser Beton­klöt­ze zu gewähr­leis­ten, müs­sen zur­zeit Gabel­stap­ler oder Krä­ne in unmit­tel­ba­rer Nähe bereit­ste­hen », erklärt Co-Geschäfts­füh­rer der Robor AG, Gui­do Meuw­ly. Zur Lösung die­ses Pro­blems hat das Unter­neh­men aus Wün­ne­wil eine mobi­le Zufahrts­sper­re zum Schutz von Ver­an­stal­tun­gen ent­wi­ckelt. Am World Eco­no­mic Forum (WEF) in Davos ver­wen­det und prüft nun die Bünd­ner Kan­tons­po­li­zei das neue Frei­bur­ger Modell.

Alleine zwei Tonnen bewegen

Bei dem neu­en Modell wird auf der einen Sei­te an ein bestehen­des Beton­ele­ment ein dreh­ba­res Schar­nier ange­schraubt. Auf der ande­ren Sei­te wird eine Zahn­stan­ge ange­bracht, an die Räder – soge­nann­te Schwer­last­rä­der – mon­tiert sind. Wird das Ele­ment mit­tels der Win­de von der Zahn­stan­ge her­un­ter­ge­kur­belt und dabei ange­ho­ben, befin­det sich das Gewicht auf den Rädern und eine Per­son kann die über zwei Ton­nen schwe­re Beton­sper­re allei­ne hin- und her­be­we­gen. Im hoch­ge­kur­bel­ten Zustand liegt das gesam­te Gewicht des Betons wie­der auf dem Boden. «Dank die­ses Sys­tems kann den Ret­tungs­fahr­zeu­gen wie Feu­er­wehr­au­tos oder Ambu­lan­zen schnell Zugang zum Gelän­de gewährt wer­den», erklärt Meuw­ly. Damit unbe­fug­te Per­so­nen nicht das Sys­tem betä­ti­gen kön­nen, kon­stru­ier­te das Unter­neh­men einen spe­zi­el­len abnehm­ba­ren Schlüs­sel dazu.

Ver­gan­ge­nen Juli prä­sen­tier­te das Unter­neh­men sein neu­es Pro­dukt in Zürich an einer gesamt­schwei­ze­ri­schen Ver­an­stal­tung der Poli­zei. Die Bünd­ner Kan­tons­po­li­zei habe dar­auf­hin im Hin­blick auf das WEF mit der Robor AG Kon­takt auf­ge­nom­men, so Meuw­ly wei­ter. Aktu­ell sind in Davos zwei Sys­te­me im Ein­satz, um beson­ders die Win­ter­taug­lich­keit des neu­en Pro­duk­tes zu tes­ten.

Für Städte und Gemeinden

Der­zeit emp­fängt das WEF dort poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Grös­sen aus der gan­zen Welt. Für die Robor AG ist dies eine Gele­gen­heit, auf ihre Inno­va­ti­on auf­merk­sam zu machen. «Unser Ziel ist es, das Sys­tem an Städ­te und grös­se­re Gemein­den zu ver­kau­fen, die es wie­der­um an Ver­an­stal­ter und Ver­ei­ne wei­ter­ver­mie­ten.»

Das Sen­s­ler Unter­neh­men über­le­ge sich zudem, die Model­le direkt selbst zu ver­mie­ten oder Lea­sings anzu­bie­ten; die­se Mög­lich­kei­ten wür­den sich aber noch in der Aus­ar­bei­tungs­pha­se befin­den, so Gui­do Meuw­ly. Wie viel eine mobi­le Zufahrts­sper­re bis zur Fer­tig­stel­lung kos­te, möch­te das Unter­neh­men nicht ange­ben.

Zahlen und Fakten

Zahnstangenwinden seit über 170 Jahren

Im Jahr 1843 grün­de­te Hein­rich Weiss die Robor AG – damals Weiss AG genannt – in Büm­pliz bei Bern. Das Unter­neh­men blieb vor­erst in Fami­li­en­be­sitz und wur­de 1972 an einen ehe­ma­li­gen Ler­nen­den ver­kauft. Der Betrieb ist auf Zahn­stan­gen­win­den spe­zia­li­siert, die er selbst ent­wi­ckelt und pro­du­ziert. Vor fast zwan­zig Jah­ren zügel­te der Betrieb in den Sen­s­e­be­zirk, nach Wün­ne­wil. Heu­te zählt das Unter­neh­men zehn Ange­stell­te. Gui­do Meuw­ly, Ste­phan Lüthi und Tho­mas Rau­ber tei­len sich die Geschäfts­lei­tung.