UEBERSTORF 23.04.2018

Der Fall Pie­rin Vin­cenz war auch an der Ver­samm­lung des Deutsch­frei­bur­ger Ver­ban­des der Raiff­ei­sen­ban­ken ein The­ma: Die Kri­se als Chan­ce.


«Wir wer­den gestärkt aus der Kri­se her­vor­ge­hen.» Das sag­te nicht nur Ver­bands­prä­si­dent Tho­mas Rau­ber, son­dern auch Urs P. Gauch, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung Raiff­ei­sen Schweiz, an der Jah­res­ver­samm­lung im Schlüs­sel in Ueber­storf. «Wir müs­sen uns ver­än­dern, damit wir wie­der so wer­den, wie wir waren», sag­te Rau­ber ein­lei­tend. Damit mein­te er, dass die genos­sen­schaft­li­chen Grund­wer­te der über 250 Raiff­ei­sen­ban­ken in der Schweiz, ihre loka­le Ver­an­ke­rung und die Hil­fe zur Selbst­hil­fe wie­der in den Vor­der­grund rücken müs­sen.

Gut unterwegs

Rau­ber ist nicht bekannt, dass ein Kun­de die Raiff­ei­sen­bank wegen Vin­cenz ver­las­sen hat. «Aber die 240 Mit­ar­bei­ter in Deutsch­frei­burg stel­len sich Fra­gen. Wir müs­sen das Ver­trau­en wie­der her­stel­len», sag­te er und stell­te fest, dass die fünf Deutsch­frei­bur­ger Ban­ken mit einer Bilanz­sum­me von 5,5 Mil­li­ar­den Fran­ken auch im ers­ten Quar­tal 2018 «gut unter­wegs sind». Für ihn ist es wich­tig, dass die Basis, die 3,7 Mil­lio­nen Raiff­ei­sen-Kun­den in der Schweiz, die 1,7 Mil­lio­nen Genos­sen­schaf­ter und des­halb Eigen­tü­mer in der Geschäfts­lei­tung Schweiz wahr­ge­nom­men wer­den. Und gera­de des­halb ver­steht sich Rau­ber als deren Ver­tre­ter, wird er im Juni in den Ver­wal­tungs­rat von Raiff­ei­sen Schweiz gewählt.

Folgen rasch umsetzen

Die­se Ansicht ver­trat auch der in Tafers auf­ge­wach­se­ne Urs Gauch. Nach sei­nen Wor­ten wird der Bericht der Fin­ma zum Fall Vin­cenz gewis­se Pro­zes­se und Regu­la­tio­nen zur Fol­ge haben. «Dem kön­nen wir rasch ent­spre­chen, wäh­rend die Straf­un­ter­su­chung gegen Vin­cenz wohl noch Mona­te dau­ern wird», sag­te er. Und Raiff­ei­sen Schweiz sei dar­an, gewis­se Betei­li­gun­gen zu ver­kau­fen, um sich aufs Kern­ge­schäft zu kon­zen­trie­ren.

Nach einem Refe­rat von CVP-Stän­de­rat Beat Vonlan­then waren sich die Dele­gier­ten einig, dass sich der Sen­s­ler Poli­ti­ker in Bern voll und ganz für Raiff­ei­sen stark­macht und er einen engen Draht zu den zwei Frei­bur­ger Ver­bän­den hat. Nach sei­nen Wor­ten wird es schwie­rig sein, zu bewei­sen, dass sich die Fin­ma in ihrer Auf­sichts­tä­tig­keit über die Ban­ken geset­zes­wid­rig ver­hält, wie das der Gewer­be­ver­band behaup­tet. Er gab sich aber zuver­sicht­lich, dass der admi­nis­tra­ti­ve Auf­wand und die Regu­la­tio­nen für die Raif­­f­ei­sen-Ban­ken gelo­ckert wer­den kön­nen.

Neu im Ver­wal­tungs­rat des Ver­ban­des ist Patrick Lan­dol­fo von der Bank Sen­se­tal anstel­le von Fritz Schweg­ler. CVP-Natio­nal­rä­tin Chris­ti­ne Bul­li­ard erin­ner­te an die erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit der Raiff­ei­sen­bank mit ihrer Fami­lie bei der Reno­va­ti­on des Restau­rants Schlüs­sel, wäh­rend Ammann Hans-Jörg Liech­ti sei­ne Gemein­de vor­stell­te.