TAFERS 27.04.2018

 


Die Gemein­de Tafers will die aus­ser­schu­li­schen Ange­bo­te in der Nähe der Pri­mar­schu­le wei­ter aus­bau­en. Wegen Platz­man­gel will sie einen zwei­stö­cki­gen Con­tai­ner auf­stel­len. Der Stand­ort erhitzt jedoch die Gemü­ter.


«Die­se Über­gangs­lö­sung ermög­licht es uns, eine seriö­se und nach­hal­ti­ge Pla­nung für den Aus­bau der Pri­mar­schu­le aus­zu­ar­bei­ten», sag­te die Tafer­ser Gemein­de­rä­tin Ric­car­da Mel­chi­or am Mitt­woch­abend zum Antrag des Gemein­de­ra­tes, einen fabrik­neu­en, zwei­stö­cki­gen Con­tai­ner in der Nähe des Pri­mar­schul­ge­bäu­des auf­zu­stel­len. In der pro­vi­so­ri­schen Anla­ge will der Gemein­de­rat aus­ser­schu­li­sche und fami­li­en­ergän­zen­de Ange­bo­te wie Mit­tags­tisch, Eltern-Kind-Deutsch­kur­se und Spiel­grup­pe vor­über­ge­hend unter­brin­gen. Als Stand­ort des Con­tai­ners ist der Trai­nings­platz des FC Tafers vor­ge­se­hen. An der Gemein­de­ver­samm­lung mach­te der Fuss­ball­ver­ein sei­ne Ansprü­che gel­tend, zeig­te sich aber koope­ra­tiv.

Tafers kämpft mit Platzmangel

Kon­kret hat die Gemein­de Tafers zur­zeit das Pro­blem, dass ihr Ange­bot ihre räum­li­chen Mög­lich­kei­ten über­steigt. Die Spiel­grup­pe ist aus Platz­man­gel in der Pri­mar­schu­le bei der Sen­s­ler Stif­tung für Behin­der­te (SSB) unter­ge­bracht; der Mit­tags­tisch fin­det in der Buvet­te des Fuss­ball­clubs Tafers statt. Das neue Inte­gra­ti­ons­pro­jekt Eltern-Kind-Deutsch­kurs benö­tigt zukünf­tig zudem zwei sepa­ra­te Räu­me. Auch die Pri­mar­schu­le braucht mehr Platz, um den päd­ago­gi­schen Kri­te­ri­en gerecht zu wer­den, damit also bei­spiels­wei­se Grup­pen­ar­bei­ten durch­ge­führt wer­den kön­nen.

Bis die Plä­ne für einen Um- und Aus­bau der Schul­in­fra­struk­tur vor­lie­gen, will der Gemein­de­rat dar­um all die aus­ser­schu­li­schen und fami­li­en­ergän­zen­den Ange­bo­te unter einem Dach ver­ei­nen, dies mög­lichst nahe bei der Schu­le.

Standort ist umstritten

Gemein­de­rat Kuno Bert­s­chy prä­sen­tier­te den rund 85 anwe­sen­den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern auf einer Kar­te die fünf geprüf­ten Stand­or­te rund um das Schul­ge­bäu­de. Am Schluss sei aber nur der Trai­nings­platz infra­ge gekom­men.

Die Aus­füh­run­gen von Bert­s­chy hät­ten ihn über­zeugt, sag­te der Prä­si­dent des FC Tafers, Mar­kus Stöck­li. Doch mit dem Land­kauf durch Pas­cal Zbin­den, der das Coop-Gebäu­de beim Trai­nings­platz erwei­tern möch­te, sei bereits ein Teil des Grund­stücks ver­schwun­den. «Unser Vor­stand aner­kennt den Bedarf an zusätz­li­chen Räu­men für aus­ser­schu­li­sche Ange­bo­te, doch wir sind auf einen Ersatz ange­wie­sen, um unse­re Trai­nings durch­füh­ren zu kön­nen.» Nicht nur die Gemein­de leis­te wich­ti­ge Inte­gra­ti­ons­ar­beit, son­dern auch der Fuss­ball­club: Gut 48  Pro­zent der 140 akti­ven Junio­ren hät­ten einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund, beton­te Stöck­li. Ammann Gas­ton Waeber beteu­er­te, dass die Gemein­de gemein­sam mit dem Ver­ein nach Lösun­gen suchen wer­de. Der Gemein­de­rat wer­de des­halb auch eine aus­ser­or­dent­li­che Gemein­de­ver­samm­lung im Herbst ein­be­ru­fen, um eine ent­spre­chen­de Lösung für den FC Tafers zu prä­sen­tie­ren.

Wie Gemein­de­rat Kuno Bert­s­chy aus­führ­te, han­delt es sich beim Con­tai­ner um eine Anla­ge, die dem gefor­der­ten Miner­gie-Stan­dard ent­spricht und 15  Jah­re lang genutzt wer­den kann. In Tafers soll das Pro­vi­so­ri­um wäh­rend acht Jah­ren im Ein­satz sein, danach kann es gemäss Bert­s­chy noch für gutes Geld ver­kauft wer­den. Der Gemein­de­rat bean­trag­te einen Gesamt­kre­dit von ins­ge­samt 1,17  Mil­lio­nen Fran­ken, um das Pro­jekt zu rea­li­sie­ren.

Viele Fragen blieben offen

In der Bot­schaft sei­en vie­le Fra­gen offen­ge­blie­ben, bemerk­te Beat Jörg, Prä­si­dent der Finanz­kom­mis­si­on, zum Antrag des Gemein­de­rats. Es hät­ten bei­spiels­wei­se Anga­ben zu den Rei­ni­gungs­kos­ten oder zu den Löh­nen der Betreu­er gefehlt. «Wir bit­ten den Gemein­de­rat, beim nächs­ten Mal einen Pla­nungs­kre­dit zu bean­tra­gen.» Die Kom­mis­si­on habe aber letzt­lich ent­schie­den, das Pro­jekt zu unter­stüt­zen, da die Not­wen­dig­keit für zusätz­li­che Räu­me unbe­strit­ten sei. Mit 63 Ja- zu 19 Nein-Stim­men hies­sen die Anwe­sen­den den Gesamt­kre­dit von rund 1,17  Mil­lio­nen Fran­ken sodann gut.

Anträge

Tafers stellt die Weichen für ein neues Mehrzweckgebäude

Die Gemein­de­ver­samm­lung von Tafers sprach am Mitt­woch­abend einen Kre­dit von 50 000 Fran­ken für die Aus­ar­bei­tung des Pro­jekts für ein neu­es Mehr­zweck­ge­bäu­de. Bereits 2013 und 2016 hat­te der Gemein­de­rat geplant, das bau­fäl­li­ge Gebäu­de «Alte Tröch­ni» in ein Mehr­zweck­ge­bäu­de mit Werk­hof und Feu­er­wehr­lo­kal umzu­bau­en – doch die Plä­ne schei­ter­ten aus finan­zi­el­len Grün­den, oder ande­re Pro­jek­te hat­ten Vor­rang (die FN berich­te­ten). Die Gemein­de wagt sich nun erneut an das Pro­jekt und will zusätz­lich den Jugend­raum sowie eine Fern­wär­me­an­la­ge inte­grie­ren.

Auch einem umfang­rei­chen Ent­wäs­se­rungs­pro­jekt im Dorf Tafers will sich die Gemein­de wid­men. Den immer inten­si­ve­ren Gewit­tern sei­en die Lei­tun­gen nicht mehr gewach­sen, erklär­te Gemein­de­rat Alfons Bae­ris­wyl. Tafers habe zuneh­mend mit Ober­flä­chen­was­ser zu kämp­fen. Die Ver­samm­lung sprach einen Gesamt­kre­dit von 1,35  Mil­lio­nen Fran­ken für eine umfas­sen­de Sanie­rung der Was­ser- und Abwas­ser­ka­nä­le rund um den Dorf­kern.

Die Bür­ger nah­men zudem die Jah­res­rech­nung 2017 an, die mit einem Mehr­ertrag von rund 137 000 Fran­ken bei einem Gesamt­auf­wand von rund 14,27  Mil­lio­nen Fran­ken schliesst. Die guten Steu­er­ein­nah­men und die vor­sich­ti­ge Bud­ge­tie­rung des Gemein­de­rats sei­en zwei der Grün­de, wes­halb ein posi­ti­ver Rech­nungs­ab­schluss vor­lie­ge, beton­te Finanz­chef Tho­mas Rau­ber. Es war Rau­bers letz­te Ver­samm­lung als Gemein­de­rat von Tafers. Auf ihn folgt Ste­phan Diet­rich (CVP).