TAFERS 11.05.2018

Die Betriebs­rech­nung des Pfle­ge­heims St. Mar­tin in Tafers schliesst mit einem tie­fe­ren Defi­zit als im Bud­get vor­ge­se­hen. Einer der Grün­de ist die sehr gute Aus­las­tung des Hau­ses im letz­ten Jahr.


Zwei Jah­re lang stand der Tafer­ser Tho­mas Rau­ber dem Gemein­de­ver­band Pfle­ge­heim St.     Mar­tin vor. Am Mitt­woch­abend hat er zum letz­ten Mal eine Dele­gier­ten­ver­samm­lung die­ses Ver­bands gelei­tet. Nach sei­nem Rück­tritt aus dem Gemein­de­rat Tafers hat der CVP-Gross­rat auch die­ses Amt abge­ge­ben, da er sich beruf­lich neu ori­en­tiert: Er tritt dem Ver­wal­tungs­rat von Raiff­ei­sen Schweiz bei (die FN berich­te­ten).

Gut unterwegs

Rau­ber ist nicht bekannt, dass ein Kun­de die Raiff­ei­sen­bank wegen Vin­cenz ver­las­sen hat. «Aber die 240 Mit­ar­bei­ter in Deutsch­frei­burg stel­len sich Fra­gen. Wir müs­sen das Ver­trau­en wie­der her­stel­len», sag­te er und stell­te fest, dass die fünf Deutsch­frei­bur­ger Ban­ken mit einer Bilanz­sum­me von 5,5 Mil­li­ar­den Fran­ken auch im ers­ten Quar­tal 2018 «gut unter­wegs sind». Für ihn ist es wich­tig, dass die Basis, die 3,7 Mil­lio­nen Raiff­ei­sen-Kun­den in der Schweiz, die 1,7 Mil­lio­nen Genos­sen­schaf­ter und des­halb Eigen­tü­mer in der Geschäfts­lei­tung Schweiz wahr­ge­nom­men wer­den. Und gera­de des­halb ver­steht sich Rau­ber als deren Ver­tre­ter, wird er im Juni in den Ver­wal­tungs­rat von Raiff­ei­sen Schweiz gewählt.

Neuhaus wird Präsident

Die Ver­tre­ter der Trä­ger­ge­mein­den Alters­wil, Hei­ten­ried, St. Anto­ni, St. Ursen und Tafers haben mit Ste­fan Diet­rich (CVP) den Nach­fol­ger von Tho­mas Rau­ber im Tafer­ser Gemein­de­rat zum neu­en Vor­stands­mit­glied gewählt. Der Vor­stand kon­sti­tu­ier­te sich auch gleich neu: Der bis­he­ri­ge Vize­prä­si­dent, Frédé­ric Neu­haus, SVP-Gemein­de­rat aus St. Ursen, über­nimmt das Prä­si­di­um, und neue Vize­prä­si­den­tin wird Ursu­la Sah­li, FDP-Gemein­de­rä­tin aus Hei­ten­ried.

Zu 100 Prozent ausgelastet

Die Dele­gier­ten haben die Betriebs­rech­nung 2017 mit Ein­nah­men von 5,27  Mil­lio­nen Fran­ken und Aus­ga­ben von 5,28  Mil­lio­nen Fran­ken ein­stim­mig und dis­kus­si­ons­los geneh­migt. Der Aus­ga­ben­über­schuss von 10 346 Fran­ken ist fast drei­mal tie­fer als bud­ge­tiert; vor­ge­se­hen war ein Minus von 34 000 Fran­ken. «Haupt­grund dafür sind Mehr­ein­nah­men durch eine gute Aus­las­tung des Heims sowie eine hohe Bud­gett­reue», erklär­te Tho­mas Rau­ber. Im Bud­get war mit einer Aus­las­tung des Heims mit 46 Lang­zeit­pfle­ge­bet­ten von 98  Pro­zent gerech­net wor­den. «Wir hat­ten eine War­te­lis­te und konn­ten jedes Bett sofort wie­der beset­zen, des­halb waren wir zu 100  Pro­zent aus­ge­las­tet.»

Der Ver­band hat bei den Aus­ga­ben auch Kos­ten von 30 000 Fran­ken für die auf­wen­di­ge Suche nach qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal in Kauf neh­men müs­sen; 2000 Fran­ken waren dafür im Bud­get vor­ge­se­hen. Die Suche wer­de immer schwie­ri­ger, führ­te der abtre­ten­de Prä­si­dent aus. Der Fach­per­so­nal­man­gel sei an jeder Vor­stands­sit­zung ein The­ma gewe­sen. «Fluk­tua­tio­nen sind für die Heim­lei­tung und das Team nicht ein­fach», sag­te er in sei­nem Jah­res­rück­blick. Es sei des­halb wich­tig, in die Per­so­nal­ent­wick­lung zu inves­tie­ren und den Mit­ar­bei­ten­den Wei­ter­bil­dun­gen zu ermög­li­chen.

«Es war zwar eine kur­ze, aber inten­si­ve und span­nen­de Zeit», zog Tho­mas Rau­ber am Schluss Bilanz sei­ner Vor­stands­ar­beit. Er habe Ein­blick in eine Insti­tu­ti­on erhal­ten, in der trotz ein­ge­schränk­ten Finanz­mit­teln und viel admi­nis­tra­ti­vem Auf­wand der Mensch immer noch im Mit­tel­punkt ste­he.

Vereinbarung abgesegnet

Als letz­te Amts­hand­lung hat Tho­mas Rau­ber den Leis­tungs­ver­trag mit dem Gesund­heits­netz Sen­se vor­ge­stellt und zur Abstim­mung gebracht. Damit kommt der Bezirk einer Vor­ga­be des Kan­tons nach, wonach die Pfle­ge­hei­me auf Bezirks­ebe­ne von einer ein­zi­gen Insti­tu­ti­on koor­di­niert wer­den müs­sen. Alle übri­gen Hei­me haben die­se Ver­ein­ba­rung bereits abge­seg­net – nun auch der Gemein­de­ver­band St. Mar­tin.